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  • Tim

Ein etwas anderer Beitrag

Aktualisiert: 6. März 2018

Fünf Tage sind wir jetzt an unserem „Wohlfühlstrand“ und können uns mal so richtig von der anstrengenden Fahrerei der letzten Wochen erholen. Unser momentaner Tagesablauf sieht wie folgt aus:


  1. Im Morgengrauen aufwachen und durch das offene Fenster am Bett den Sonnenaufgang beobachten

  2. Weiterschlafen

  3. Aufstehen, Zähne putzen und Kaffee kochen

  4. In der Sonne (oder falls nicht vorhanden meist im Auto) Kaffee trinken und erstmal richtig wach werden

  5. Hängematte aufspannen

  6. Reiseführer und Karte studieren

  7. Buch lesen und Sonne auf den Pelz

  8. Strandspaziergang mit Kamera im Gepäck

  9. Essen (italienisches Brot ist wirklich schlecht, bis auf das einer bestimmten Bäckerei, die in unserem Reiseführer erwähnt ist – stimmt tatsächlich! :D)

  10. Gitarre spielen, weiterlesen, Drohne fliegen oder Ähnliches

  11. Alles wieder ins Auto räumen, denn es wird langsam schon wieder dunkel

  12. Kochen und essen

  13. Im Auto sitzend Wein und Mirto verhaften (echt schweinegeiles Zeug)

  14. Gegenseitig aus dem Reiseführer vorlesen und Route planen

  15. Sleep

  16. Repeat 😀



Zwischendurch nehmen wir immer wieder mal kleine Optimierungen am Auto vor, die uns schon lange vorschweben. Wie zum Beispiel einen Ölflaschenhalter neben dem Herd installieren, den Abwassertank reinigen, die Küche neu mit Silikon abdichten, und und und…


In den Tagen, in denen wir mal nicht geschrieben haben, ist uns aufgefallen, dass man schnell dazu neigt nur die positiven, schönen Seiten der Reise zu beschreiben und festzuhalten. Aaaaaaaber: Es ist lange nicht alles Gold, was glänzt!! Das Leben, zu 2. auf 10qm, hat auch seine Schattenseiten.

Da es um 17 Uhr bereits dunkel ist, ja auch hier haben die Nächte 15 Stunden, und es des Öfteren auch mal regnet, wenn man in der Nebensaison reist, hockt man viel aufeinander und muss sich mit wenig Mitteln beschäftigen. Das führt ab und zu gerne mal zu Diskrepanzen und den unausweichlich dazugehörigen Diskussionen. Die einzige Möglichkeit, die einem dann bleibt, um sich aus dem Weg zu gehen ist, dass einer von uns an den Strand geht. Was bei nächtlichen 10°C, im Stockdunkeln, mit Gedankenchaos nicht unbedingt das größte Vergnügen ist! 😀 Also sitzt man sich eine Weile muksch gegenüber, bis sich beide wieder beruhigt haben..

Auch das Reisen ansich ist nicht immer so schön, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Denn, zum Beispiel, die Nachtplatzsuche kann seeeehr nervenaufreibend sein. Zumindest in unserem Fall. Denn wir, als notorische „Alleincamper“, meiden ja bekanntlich Campingplätze, um erstens Geld zu sparen und zweitens den typischen „riesenwohnmobilmitpanoramafrontscheibe-touris“ auszuweichen.  Heißt, der Platz muss grade sein, damit man nachts nicht aufeinander rollt, etwas versteckt sollte er auch sein und um den Mücken auszuweichen, halten wir uns von Binnengewässern möglichst auch fern. Somit fallen schon mal gut 98% der, auf den ersten Blick gut scheinenden, Plätze weg!! Nicht erst einmal auf dieser Reise haben wir notgedrungen irgendwo unweit der Straße übernachtet, um morgens früh gleich ohne Kaffee weiterzufahren. Das bringt dann so ungefähr 0 Erholung und ist voll zum Kotzen!! 😀

Noch so ein Punkt sind die Fliegen! Diese „verkackten Scheißbiester“! Sorry für die Ausdrucksweise… Aber wenn man jeden Morgen von einer 10000 „Mann“ starken Fliegenarmee geweckt wird, bekommt man irgendwann einen Hass und den Wunsch nach Sibirien zu reisen!

Weiter geht’s: Die Müllentsorgung… Oh man, produziert man viel Müll! Trotzdessen, dass wir auf dem Markt einkaufen und darauf achten so viel wie möglich unverpackt zu kaufen, fällt soooooo viel Müll an! In erster Linie Plastik… und ja, auch „zu Hause“ in Deutschland ist das ein scheiß und stellt ein Problem dar aber dort wird es abgeholt! Seit mehreren Tagen haben wir 4 volle Müllsäcke im Auto und hatten trotz Suche nach Mülltonnen immer noch nicht die Möglichkeit sie zu entsorgen. Das bedeutet für uns: 10qm-1qm=9qm. Einfache Rechnung mit großem Ausmaß!

Naja… ihr seht, nicht alles auf Reisen ist toll und entspannt. Irgendwie finden Lola und ich beide, dass auch diese Themen hier mit rein gehören, weil sie auch einen großen Teil unserer Reise ausmachen! Aber ich will hier jetzt auch nicht weiter rumheulen, denn im Großen und Ganzen ist es das alles wert und kann unsere Ambition zu reisen auf keinen Fall kaputt machen! Die nächsten Reiseziele sind im Gespräch und wechseln ständig… Die Welt ist einfach ziemlich groß! 😀

Am Ende bleibt noch eine der wirklich positiven Seiten des Reisens zu erwähnen: Die Menschen, die man trifft, können zwar nicht die Freunde zu Hause ersetzen, man gewinnt aber durchaus neue Freunde dazu! Wir haben in der kurzen Zeit, die wir jetzt auf Sardinien unterwegs sind, wirklich interessante und meist gleichgesinnte Leute getroffen. Wie zum Beispiel Jürgen und Meike! Wir hatten leider nicht viel Zeit zusammen, da die beiden zurück nach Deutschland mussten aber die kurze Begegnung und die auf Anhieb herrschende Sympathie zwischen uns haben dafür gesorgt, dass wir mit Sicherheit in Kontakt bleiben werden. Also, Jürgen und Meike, falls ihr das lesen solltet: Wir würden uns wirklich freuen, wenn wir uns in der Schweiz wieder treffen! Wir bringen Mirto mit! 😉

Gestern Abend saßen wir lange mit Reinhard und Silke zusammen, haben Wein getrunken und uns gegenseitig Tipps zum weiteren Reiseverlauf gegeben. Zufälliger Weise kommen die beiden auch aus Kiel und machen gerade ein Sabbathjahr, in dem sie in ihrem VW Touran durch Europa reisen. Total cool! In einem so „kleinen“ Auto…

So verschieden Menschen auch sind und so groß der Altersunterschied manchmal ist, auf Reisen verbringt man einfach eine nette Zeit zusammen, ohne, dass das alles eine Rolle spielt! Ein schönes Gefühl. 🙂

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Reisen in grün