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  • Tim

Home sweet home - oder so ähnlich

Es ist 5 Uhr morgens und das frühe Sonnenlicht streift die Bergkuppen, als der Wecker klingelt. Nach einem schnellen „HalloWachKaffee“ machen wir uns auf den Weg zurück nach Kruje, um den besagten Basar zu besuchen. Nach einer halben Ewigkeit bergab erreichen wir das kleine Dorfzentrum und werden zügig von einem Parkplatzwart auf seinen Parkplatz gelotst. Die völlig übertriebenen 400 Lek Parkgebühr für 2 Stunden müssen wir schon im Voraus zahlen.


Der Mann erklärt uns den Weg und wir laufen los. Ein kleiner Tunnel führt unter einem Hotelkomplex durch und endet direkt vor dem Eingang des Basars. Soweit so gut… Doch dann stellen wir fest, dass der Basar noch gar nicht geöffnet hat. Danke an den Parkplatzwächter! Das ist eine Info, die wir gerne gehabt hätten, bevor wir ihm viel zu viel Geld in die Tasche steckten. Aber naja.. Das lässt sich jetzt nicht mehr ändern.


Wir schlendern die kleine Kopfsteinpflasterstraße entlang und vereinzelt fangen die Ladenbesitzer an, ihre Waren zur Schau zu stellen. Ich komme mir vor wie auf einem Trödelmarkt oder einem besseren Flohmarkt. Denn der meiste Kram ist entweder Souvenirschrott oder Ramsch.

Etwas enttäuscht laufen wir an den aufdringlichen Verkäufern vorbei und setzen uns erstmal in ein Restaurant. Gemütlich essen wir einen Salat und besprechen währenddessen den weiteren Tagesablauf. Als wir zurück durch die Gasse in Richtung Auto laufen, haben fast alle Geschäfte geöffnet und wir entdecken eine kleine Teppichweberei. Eine ältere Frau sitzt an ihrem Webstuhl und webt geduldig einen Teppich nach dem anderen.

Als wir den Laden betreten, unterbricht sie ihre Arbeit, um uns in Empfang zu nehmen. Herzlich, wie alle Albaner, begrüßt sie uns und wir haben nicht das Gefühl, dass sie dies tut, um uns etwas zu verkaufen. So und nicht anders mögen wir es!


Sie führt uns in ein kleines Hinterzimmer, in dem bergeweise Teppiche lagern. Das muss ihr Lebenswerk sein, denke ich, als sie barfuß über die Teppiche klettert, um uns einige Exemplare zu präsentieren. Noch haben wir nicht die Absicht einen Teppich zu kaufen aber als sie uns, nach unserem Farbwunsch, einen schönen, gemusterten Teppich zeigt, sind wir überzeugt.

Für umgerechnet 25 Euro kaufen wir das gute Stück und lassen uns, bevor wir gehen, noch zeigen, wie ein solcher Teppich entsteht! Faden für Faden, Reihe für Reihe…. Was für eine Arbeit!! 25 Euro sind definitiv zu wenig für ein Werk von mindestens 4 Tagen!

Freudig darüber, dass wir doch noch etwas Schönes gefunden haben, machen wir uns wieder auf den Weg zum Auto. Denn wir müssen uns etwas beeilen, um noch rechtzeitig im Hafen anzukommen. Die Buchungsbestätigung sagt aus, dass wir spätestens um 14 Uhr eingecheckt haben müssen. Das ist so aber nicht ganz richtig! Dazu später mehr… :D

Wir verlassen das kleine Bergdorf Kruje und erreichen nach einigen verkehrswidrigen Manövern die Autobahn in Richtung Durres. Jetzt nur noch geradeaus und ab auf die Fähre! So denken wir zumindest, als wir Geschwindigkeit aufnehmen. Doch dann, eine Vollsperrung. Eine brutale Masse Autos schlängelt sich Meter für Meter von der Autobahn ab und wird von hektisch mit den Armen fuchtelnden Polizisten geleitet.

Weiter geht es auf einer „Landstraße“. Eine Straße, wie wir sie auch bei uns kennen, nur mit größeren Schlaglöchern. 2 Spuren, von der eine die Gegenspur darstellt. Der Stau scheint unüberwindbar zu sein und wir fangen an uns Gedanken zu machen, ob wir überhaupt noch rechtzeitig auf die Fähre kommen, denn die Fahrweise der Albaner ist nicht unbedingt förderlich für die schnelle Auflösung des Staus. Aus 2 Fahrbahnen werden mal eben 3 gemacht und wir werden links und rechts von verärgerten Fahrern überholt, die dann einige Meter weiter wieder einscheren müssen. Immer wieder schert der LKW-Fahrer, dessen LKW schon halb auseinanderfällt, vor uns aus, um den Überholenden den Weg zu versperren.

Für 500 Meter brauchen wir eine geschlagene viertel Stunde und um den gesamten Stau hinter uns zu bringen etwa 2 Stunden.


Genervt erreichen wir Durres. Gerade noch rechtzeitig, um auf das Hafengelände zu kommen. Nach einer kurzen Kontrolle werden wir auf einen viel zu kleinen Parkplatz geschickt, um von dort aus zum Terminal zu laufen und einzuchecken.

Ich bewache mit Lucy das Auto, während Lola den ersten Versuch startet unsere Tickets zu bekommen. Nach nicht einmal 5 Minuten kommt sie zurück… „Was denn nu?“ Entgeistert berichtet Lola, dass der Schalter noch gar nicht besetzt sei und einer der Hafenmitarbeiter ihr erzählt habe, die Zuständigen würden erst um 16 Uhr kommen.

Hää?? Ich denk‘ wir müssen spätestens um 14 Uhr die Tickets geholt haben??? Der Dicke steht in der prallen Sonne und die Temperatur steigt auf mindestens 30 Grad, während wir auf dem Parkplatz hocken und darauf warten, dass sich jemand dazu erbarmt den Ticketschalter zu besetzen. Immer wieder läuft einer von uns nach vorne, um zu gucken, ob endlich jemand auf dem blöden Stuhl hinter dem Tresen sitzt.

Und tatsächlich… Um 16 Uhr ist es dann soweit. Lola geht das zehnte Mal mit unseren gesammelten Unterlagen ins Terminal, während ich anfange unser Gepäck für die Nacht zusammen zu sammeln. Deutlich schneller als erwartet, kommt sie mit unseren Tickets zurück. Endlich! Wir dürfen uns in die Warteschlange einreihen und durch die Passkontrolle.

Völlig desinteressiert werden wir von einem grimmigen Zöllner durch gewunken und von der Schiffscrew auf dem Parkdeck der Fähre eingewiesen. Unser Parkplatz an Bord ist unter freiem Himmel und wir überlegen kurz, ob wir uns nicht einfach im Auto verstecken und die Nacht in unserem Bett verbringen, anstatt auf den kaputten Isomatten an Deck zu schlafen.

Ich frage einen der philippinischen Crewmitglieder, ob wir da nicht etwas machen können. Doch der gute Mann ist leider nicht bestechlich. Schade auch… :D Also laufen wir, wieder einmal völlig überladen mit Gepäck, an Deck und suchen uns ein schattiges Plätzchen am Heck der Fähre. Von der Sonne völlig fertig, sitzen wir auf dem harten Boden und sehen auf dem Wetterradar, dass es die ganze Nacht über dem Mittelmeer regnen soll. Na super! Und wir müssen draußen schlafen. Das ist ja mal wieder typisch für unsere Planung. :D




Einige überteuerte Bier aus der Bordbar später, liegen wir, eingekuschelt in unsere Schlafsäcke, im überdachten Raucherbereich. Schwarze Wolken machen sich am Himmel breit und nehmen der warmen Abendsonne die Kraft. Der „Schornstein“ pustet unermüdlich Smok in die Atmosphäre und nebelt uns ein. Nicht unbedingt der perfekte Spot zum Schlafen aber immerhin sind wir einigermaßen vor dem aufkommenden Regen geschützt.

Wider Erwarten schlafen wir relativ schnell ein. Doch nach etwa 3 Stunden werden wir vom Sturm fast von Deck geweht und der Regen peitscht um uns herum auf die „Planken“. Schnell packen wir unsere Habseligkeiten zusammen und flüchten in einen der zahllosen Gänge. Dort legen wir uns neben den Eingang einer Kabine und schlafen weiter.


Gefühlte 10 Minuten später…..

Ich habe noch nicht einmal richtig die Augen auf, da werde ich von einem etwa 5 jährigen, albanischen Jungen mit Handschlag begrüßt. Gleich danach von seinem etwas älteren Bruder. :D Die beiden freunden sich auf der Stelle mit Lucy an und nehmen sie mit in ihre Kabine, um auch Mama und Papa mit unserem kleinen Schiffshund bekannt zu machen. :D

Auch wenn es eine sehr kurze, erholungslose Nacht war, werde ich so doch ziemlich gerne geweckt. Wir packen zum hundertsten Mal unsere Sachen zusammen und besorgen uns ein spartanisches Frühstück, mit dem wir uns auf dem Oberdeck in die Sonne setzen. Nur 3 Stunden später haben wir die 16 stündige Überfahrt geschafft und gehen in Ancona von Bord. Wir sind wieder in der EU. Zumindest fast…


Als wir den italienischen Einreisegrenzposten erreichen, sehen wir schon von weitem, dass etliche Autos bis aufs Kleinste kontrolliert werden. Und so kommt es auch bei uns… 2 Stunden lang werden wir von mehreren Uniformierten gefilzt. Ein, für einen Drogenspürhund sehr unerzogener, deutscher Schäferhund steckt seine Nase in unsere sämtlichen Schubladen, Schränke und Rucksäcke. Als die Beamten und auch der Hund, bis auf Lucys Futter, nichts von Interesse finden können, dürfen wir unser Hab und Gut wieder einräumen und endlich weiterfahren.


Die erste Station, die wir in Italien anfahren, ist natürlich, wie könnte es anders sein, eine Pizzeria. :D Denn wenn die Italiener eines können, dann ist es Pizza machen! Nach dem deftigen Frühstück fahren wir mit einem guten Gefühl wieder los. Ab jetzt liegen vorerst nur noch EU-Grenzen vor uns!


Die Straßen sind mindestens genau so schlecht wie die in Albanien. Ein Schlagloch jagt das nächste und der Versuch während der Fahrt an einem Blogbeitrag zu arbeiten scheitert kläglich, da ich, durch das ständige Rumpeln, nichts auf dem Bildschirm erkennen kann. Doch noch am selben Tag erreichen wir die Schweiz.


Ähnlich wie bei unserer letzten Ankunft in dem kleinen, bergigen Land, passieren wir den Gotthardtunnel. Kaum haben wir diesen verlassen, bietet sich uns ein fantastisches Panorama. Im Licht des Mondes glänzt der Vierwaldstädter See, umrahmt von der Beleuchtung kleiner Dörfer. Mit Lichterketten geschmückte Schiffe liegen in einem kleinen Hafen, direkt neben der Straße. Die Schweiz ist und bleibt einfach ein schönes Flecken Erde und es fühlt sich fast an, als würden wir nach Hause kommen.

Doch davon bekommen wir nicht viel mit. Denn in nur 3 Tagen beginnt die nächste Arbeitsphase und dann ist es wieder vorbei mit dem Leben. Vorerst… Aber danach! Danach wartet das nächste, große Abenteuer auf uns. Die Planung ist jetzt schon in vollem Gange und sooooo lange ist es ja auch gar nicht mehr hin. ;)

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