• Lola

Ich wollte doch nur Flohmarkt machen!

Seit einer Woche wohnen wir bei Tims Eltern, hüten die Hunde und basteln am Auto. Unser inzwischen gewaltig angewachsener Flohmarktberg belagert das alte WG Zimmer zu großen Teilen. Er wurde Monate lang gehegt und gepflegt und umfasst inzwischen an die 15 große Umzugskisten. Es wundert uns doch immer wieder wie viel Scheiss zwei Leute in einem 18qm Zimmer sammeln können. Und das obwohl wir wertvolleres (mehr als 5 Euro) schon bei Ebay Kleinanzeigen verhökern.

So richtig Lust habe ich nicht Samstagabends

um 22 Uhr in der Stadt einen Platz zu markieren um dann nach mageren 4 bis 5 Stunden Schlaf wieder aufzustehen und besagten Platz um 4 Uhr morgens zu beziehen, um mich dann mit diversen Leuten zu befassen. Tim kann sowas ja schon gar nicht ohne irgendjemanden mit Krimskrams zu bewerfen, deshalb habe ich ihn vorsichtshalber zuhause gelassen ;). Aber der Kram muss ja weg und wir wollen den Trend des Wegwerfen-Neukaufens nicht weiter unterstützen. Vielleicht freut sich jemand mit wenig Geld noch unglaublich doll über einige unserer Sachen, genau wie ich mich über einige Flohmarktfunde in der Vergangenheit schon wochenlang gefreut habe.

Samstagmittag geht es also nach Kiel, Hunde bei Tims Bruder abgegeben und dann ab in die WG: riesigen Flohmarktberg ins Auto verlagern. Unseren großen Einbauschrank im Bus, aka die alte Dusche, haben wir komplett geleert um mehr Platz zu haben, ein  Fehler wie sich noch herausstellen wird. Nach drei Stunden ist alles drin, und sogar noch ein bisschen Platz, wow!

Der komplizierte weitere Plan sieht wie folgt aus: Tim und die Hunde fahren mit Tims Bruder nach Bad Bramstedt um die Schwiegereltern vom Flughafen abzuholen. Ich bleibe in Kiel und mache Flohmarkt, Sonntag kommt Tim mit seinem Bruder und Lucy wieder nach Kiel. Montag dann die ganze Bagage wieder nach Bad Bramstedt. Was ein Heck Meck. Aber so muss das wohl, wenn man die Wohnung auflöst, in einen Bus zieht und reisen gehen will.

Es ist inzwischen 18 Uhr (Samstag) und wir fahren nichts ahnend auf einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung von Tims Bruder. Ein silbernes Auto folgt uns und der Fahrer steigt aus, kommt zu meinem Fenster. Schlecht gelaunt denke ich „ Was möchtest du denn nun von mir? Willst du mir sagen, dass ich hier nicht parken darf? Ich bin in 10 Minuten wieder weg“ *grummel*

Der Herr lässt allerdings anderes verlauten: Unser rechter Hinterreifen würde eiern und wäre ganz krumm, wir sollten da unbedingt mal nachsehen. Hm. Meine Hinterreifen sehen immer zu platt aus, darauf wurde ich schon zigmal angesprochen, meint er vielleicht das? Lieber mal nachsehen.

Wir also raus aus dem Auto und ab nach hinten: oh. Das ist ja echt ne ganz schöne Beule, zur Seite und auch auf der Lauffläche, sowas habe ich noch nie gesehen, aiaiai, wie schlimm ist sowas? Kann man damit noch zum Flohmarkt fahren die 5 bis 10 Kilometer?

Dadurch dass wir unseren Einbauschrank für den Flohmarkt leer gemacht haben, fehlt uns ein wichtiger Punkt unserer etwas improvisierten Reifenwechselausstattung: die Unterstellböcke. Somit ist ein flotter Reifenwechsel nicht drin. Ihr müsst wissen unsere Reifenwechselausstattung sieht wie folgt aus: ein Wagenheber 12to, leider nur 13cm Hub, zwei große Holzklötze zum unter den Wagenheber legen, zwei Unterstellböcke, zwei Ersatzreifen, nötiges Werkzeug. Etwas kompliziert, aber zweckdienlich - wenn man alles dabei hat!

Wir sitzen auf der Couch bei Tims Bruder und überlegen hin und her: die Jungs müssen eigentlich los um die Schwiegereltern vom Flughafen abzuholen. Es riskieren und hoffen dass der Reifen auf dem 15km zum Flohmarkt und zurück trotz Überladung nicht platzt? Tim bringt morgen die Unterstellböcke zum Reifenwelchseln mit? Den ADAC rufen wenn was passiert?

Oder mit der vorhandenen Ausrüstung versuchen den Reifen zu wechseln?

Wir stöbern im Internet: Karkassenbruch kann zum Platzen des Reifens führen, geplatzter Reifen hinten führt immer zum schlingern des Fahrzeugs. Bei Überladung habe ich keinen oder verringerten Versicherungsschutz für Schäden an anderen. Nicht auszudenken was passieren könnte.

Uns bleibt eine halbe Stunde um mit 13cm Hub einen Reifen zu wechseln, falls das überhaupt geht, na super. Einzige Möglichkeit: den Dicken an der Blattfeder direkt neben der Achse aufbocken. Darf man das? Kann die Blattfeder dabei brechen? wir sind uns nicht sicher. Aber wir haben Glück und es klappt, wir bekommen den Reifen runter. Nun sieht das Ding noch viel  gefährlicher aus. Die Beule ist deutlich in der Lauffläche und an der einen Außenseite zu sehen, das Profil ist komplett verzogen und die Karkasse blitzt unter porösem Gummi hervor.


Zum Glück haben wir den Reifen austauschen können. Zum Glück hat uns der nette Autofahrer gewarnt und zum Glück ist uns der Reifen nicht auf dem Weg von Bad Bramstedt nach Kiel um die Ohren geflogen. Wir beschließen vor der Reise noch allen Reifen die genauso alt sind wie der Gewechselte (von 2009 uhaaagh!) auszutauschen.


PS: in der Aufregung ist uns die einfachste Lösung des Problems gar nicht eingefallen: wir hätten auch an Ort und Stelle den ADAC rufen können.

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