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  • Tim

Kapitulation

Die Überfahrt nach Griechenland ist, sage ich mal wechselhaft. Denn wechseln tut der Neigungswinkel des Schiffes nahezu im selben Tempo, wie Lolas Zustand. Ihr ist kotzübel, dann geht es wieder und sie glaubt sich an das Geschaukel zu gewöhnen. Doch das hält nicht lange an. Kurz darauf ist sie weiß wie ein Gespenst. Da ich ihr in der Situation nicht wirklich helfen kann, kippe ich mir ein Bier nach dem anderen hinter die Binde, um die sichtlich aggressiven Lkw Fahrer, die beinahe das ganze Schiff besetzen, zu ertragen. Dabei spielt das Verhalten der Jungs untereinander eine eher untergeordnete Rolle. Stangenweise inhalieren sie nebenbei die Marlboros, die mir so sehr fehlen... Der stinkige Qualm erreicht mein Gehirn und betört mich, als wäre es das Parfum einer knackigen, vollbusigen Lady. Na toll, wie soll ich das denn fast 9 Stunden aushalten, nachdem ich gerade 4 Wochen Entzug durch habe? Diese Frage quält mich. Stunde um Stunde, Minute um Minute, um am Ende mit GAR NICHT beantwortet zu werden. Super, da ist er, der Moment der Schwäche. Ergeben kaufe ich mir eine Schachtel, gehe nach draußen und stecke mir eine an. 'Braver Junge', höre ich mein Gehirn sagen. Sofort fühle ich mich wie ein Hund. Und zwar nicht wie einer der geliebten Sorte. Nein, eher wie ein geschlagener. Oder besser wie ein selbstzerstörerischer, der sich beim Kratzen absichtlich eine Kralle ins Auge jagt und sich deshalb das Bein abkaut. Wochenlang habe ich mich selbst und meine Frau mit dem Gedankenmüll gequält und am Ende aus Langeweile aufgegeben. Keine stressige Situation, kein Ausraster, kein Streit oder Ärger stand über meinem Willen. Aber fette, quarzende Lkw Fahrer offensichtlich schon.. Naja, trotzdem bin ich stolz auf den Versuch und weiß jetzt zumindest, dass ich mein alltägliches Leben auch ohne Rauch geregelt bekomme.


Wir verlassen das Schiff. Langsam nimmt Lolas Gesicht wieder gesunde Farben an und als wir die Grenze überquert haben, sind wir einfach nur glücklich! Wir sind in Griechenland!! Nach 3 Jahren wieder da. Und dieses Mal haben wir Zeit mitgebracht. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Und wenn nicht, auch nicht so wild. Schlimmer als Italien kann es nicht werden! Es ist schon spät, weshalb wir entscheiden direkt einen Nachtplatz zu suchen. Keine 20 Minuten später, stehen wir direkt am Meer auf einem kleinen Schotterplatz. Ähnlich schief wie die Fähre im Wellengang aber deutlich stabiler. Das ist alles was wir für heute wollen. In der Vorfreude auf "das Land mit den Leuten, die so gutes Essen machen", wie mein Bruder verlauten ließ, lauschen wir den Wellen und schlafen ein.

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