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  • Tim

Langsam wird's ernst

Aktualisiert: 6. März 2018

Wir sind in der Schweiz angekommen. Auf einmal geht alles so schnell. Und das obwohl wir noch nicht einmal in den Alltag gestartet sind! Nach einem Wocheneinkauf für über 90 CHF, das sind ca. 80€, den man in Deutschland für 50 Euro bekommen hätte, erreichen wir um die Mittagszeit Grächen. Den Ort, in dem wir für die nächsten 3 ½ Monate arbeiten und wohnen.

Da wir erst um 17 Uhr mit unserem neuen Arbeitgeber, nennen wir ihn mal Herrn P., verabredet sind, müssen wir noch gut 4 Stunden überbrücken. Wir parken unser Auto auf dem Dorfplatz, bezahlen die Parkuhr und erkunden erstmal das Dorf. Überall stehen kleine Holzhütten und es scheint, als wäre dieses Dorf tatsächlich nur für Touristen bestimmt. 1200 Einwohner, 4000 Fremdenbetten! Das ist mal eine Ansage.. Es liegt noch nicht allzu viel Schnee und die Lifte haben ihren Betrieb noch nicht aufgenommen. Doch das spielt für uns jetzt noch keine Rolle.

Pünktlich wie ein Uhrwerk trifft um 17 Uhr Herr P. ein. Wir bekommen unsere Skipässe für die gesamte Saison ausgehändigt, ohne, dass wir dafür nur einen Franken bezahlen müssen. Direkt darauf werden wir zu unserer neuen Behausung gebracht und bekommen auf dem Weg dorthin schon einmal einige Infos über Grächen und unsere neuen Jobs.

Als wir das Haus erreichen, in dem wir künftig wohnen sollen, ist noch nicht sicher, welche der 16 Parteien für uns bestimmt ist. Wir besichtigen im Schnelldurchgang 3 Wohnungen. In der 1-Zimmer-Bude, in die wir eigentlich einziehen sollen, gibt es nur ein Einzelbett, weshalb Cheffe kurzerhand entscheidet, uns die deutliche größere 2-Zimmer-70er-Jahre-Wohnung mit eigener Terrasse zu geben. Besser kann es nicht laufen. Nicht unbedingt schick aber soooo viel Platz! Vor allem, wenn man die letzten Monate überwiegend im Auto verbracht hat. 🙂


Wir fahren so nah an die Wohnung heran, wie es geht. Das ist nicht besonders nah, da das Haus nur über einen schmalen, steilen, vereisten Weg, der zwischen Ferienhäusern hindurch führt, zu erreichen ist. Diesen Weg laufen wir also etliche Male, keuchend von der Steigung und der dünnen Luft auf 1600m, hin und her, um unser Hab und Gut umzulagern. Nach gut einer Stunde haben wir es geschafft und sind mal wieder sehr überrascht, wie viel Scheiß wir mit uns im Auto herumfahren. 😀

Das Auto stellen wir wieder auf den Dorfplatz und zahlen viele weitere Franken, um dort parken zu dürfen. Der Parkplatz ist teuer und man darf nur tagsüber dort stehen. Heißt, es muss so schnell wie es geht eine Möglichkeit her, wo wir das Auto kostengünstig für die gesamte Saison parken können. Die Parkhäuser sind alle zu niedrig für unser Schlachtschiff und ansonsten gibt es nur ein paar ebenfalls teure Parkplätze in dem Teil des Ortes, der mit dem Auto befahren werden darf. Grächen ist nämlich größtenteils Auto frei. Dort darf nur das Personal mit elektrischen Fahrzeugen fahren. Herr P. verspricht uns, sich um einen Parkplatz zu kümmern und wir „übersehen“ vorerst das Nachtparkverbot auf dem Dorfplatz.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Erstens, um die Parkuhr wieder zu füttern und zweitens, um mit der Gondel um 8.30 Uhr nach oben auf den Berg zu fahren. Herr P. hatte nämlich mehrfach erwähnt, dass wenn wir möchten, wir gerne morgens mal gucken kommen können. Da wir das Gefühl haben, dass er da viel Wert drauf legt und wir auch gespannt sind, wo wir bald unser Geld verdienen, kommen wir dem gerne nach.

Oben herrscht mächtig Trubel. Ein ganzer Bautrupp ist noch voll dabei ein neues Fachwerkhaus für ein Selbstbedienungsrestaurant zu errichten und ein Hubschrauber bringt im Minutentackt neues Material aus dem Tal. Da ist ordentlich Geld im Spiel. Wir besichtigen die augenscheinlich kleine Berghütte, die unser Arbeitsplatz sein wird und bekommen gesagt, dass mit Außenbereich etwa 300 Plätze dort zu finden sein werden. Noch macht alles einen sehr gemütlichen Eindruck. Doch das wird beim nächsten Besuch wohl anders aussehen. 😀

Zu Fuß laufen wir die Piste entlang zurück ins Dorf. Unten angekommen sind wir wieder mal völlig fertig von der Anstrengung in der dünnen Luft. Daran müssen wir uns wirklich noch gewöhnen. Erstmal frühstücken und ausruhen, bevor wir weiter „einziehen“.

Abends haben wir fast alle Sachen verräumt und bekommen einen Anruf von Herrn P.. Er habe einen Kontakt für uns, der uns einen Parkplatz geben kann. Mit diesem Mann verabreden wir uns für den nächsten Morgen und vergammeln den restlichen Abend auf der Couch, bei schlechtem Fernsehprogramm.

Um 7 Uhr morgens klingelt der Wecker. Wieder heißt es Parkuhr befüllen. Nicht, dass uns noch die Karre abgeschleppt wird. Während ich dusche, bekommt Lola einen Anruf von dem Parkplatz-Kontaktmann und trifft sich mit ihm in der Kneipe um die Ecke. Er übergibt ihr den Schlüssel für das Schloss, das den Parkplatz absichert, Lola bezahlt ihm die Hälfte des Mietpreises sofort und stellt das Auto anschließend direkt dort ab. 70 Franken im Monat. Das ist anscheinend ein fairer Preis, wenn man sich die Preise der anderen Parkplätze ringsherum mal so anschaut.

Wir frühstücken ausgiebig und begeben uns wieder auf Erkundungstour. Es heißt einen Weg zu finden, den ich morgens vor der Arbeit mit Lucy gehen kann, damit sie ausgelastet ist und ich ohne schlechtes Gewissen meine Arbeitszeit abreißen kann. Es hat über Nacht geschneit und es liegen ca. 15cm Neuschnee.



Das weckt Erinnerungen! Die vielen kleinen Holzhütten, die weiße Landschaft, die beschneiten Tannen und Häuser, die riesigen Eiszapfen an Felsvorsprüngen, das Geräusch der Gondel und das Läuten des Kirchturmes. Alles erinnert mich an die schönen Winterurlaube, die ich als Kind mit meinen Großeltern in Österreich verbracht habe. An dieser Stelle, ganz liebe Grüße an Euch! ❤


Wir laufen eine schön große Runde und Lucy versinkt immer wieder komplett im Schnee, da sie anscheinend gerne den Schneepflug spielt und Tiefschnee ihr Liebstes zu sein scheint. Zu Hause angekommen, fällt sie einfach um und schläft ein. Mission complete! 😀

Uns geht es aber nicht großartig anders. Auch wir legen die Beine hoch und schlafen beide auf der Couch für 2 Stunden ein. Der restliche Tag verläuft ruhig.. Wir trinken Kaffee, kniffeln (auch das erinnert mich an die vielen Yazee-Spiele, die ich in Österreich mit meinem Opa gespielt habe!), organisieren uns das WLAN-Passwort von den Nachbarn und kümmern uns um unsere Internetgeschichten.

Mehrfach stellen wir mal wieder fest, dass wir, bis auf das Thema mit den fehlenden Freunden zu Hause, sehr zu frieden sind, mit dem Leben, das wir uns ausgesucht und erarbeitet haben. Arbeiten, wo und wenn andere Urlaub machen und Urlaub machen, wenn andere arbeiten. So haben wir die Nebensaison für uns und verdienen Geld an denen, die wir auf unseren Reisen versuchen zu meiden. Wunderbar! 😀


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Reisen in grün