• Tim

Verrannt und verfolgt

Aller Anfang ist schwer! So auch die Anfänge der meisten unserer Reisen. Eine der Tatsachen, die wir immer wieder feststellen müssen. Wir reisen los, haben eine Erwartungshaltung an irgendwas, freuen uns auf etwas, das uns unsere Vorstellung auftischt und werden derbe enttäuscht. Dann kommt der Tiefpunkt, den wir im Fall dieser Reise mit der, im letzten Beitrag besagten, Flasche Sekt ertränkten. Zu unserem Glück beginnt der nächste Tag sonnig warm. Ein Hauch von Kopfschmerz liegt in der Luft, was wohl dem billigen Lidlfusel zu verdanken ist. Aber auch dank ihm, sind sämtliche Zweifel des Vortages verflogen.

Wir entscheiden den Tag gemütlich anzugehen, uns treiben zu lassen. Ich mache einige Aufnahmen mit der Drohne, wir räumen das Auto auf und spielen mit Lucy Suchspiele im Freien. Am frühen Nachmittag entscheiden wir, dass wir noch einen Versuch starten wollen, die Köpfe in heißes Quellwasser zu stecken, bevor wir in die Stadt fahren, um einzukaufen, neues Gas zu organisieren und Wäsche zu waschen. Neuen Mutes fahren wir also los, finden tatsächlich einen Parkplatz in der Nähe des Freibades und stapfen los. Uns erwartet milchig, blaues, nach Schwefel riechendes Wasser und eine Horde wildgewordener, sich darin suhlender Italiener. Naja, ich will ja gar nichts sagen, denn ich hab das Selbe vor! Aber warum denn als Massenveranstaltung? Also wieder los… Rein ins Auto und ab in die Stadt. Wir können auch abends noch baden. Die Wanne wird ja nicht kalt!

2 Stunden später steh ich bei Lidl und versuche, ohne mein Handy dabei zu haben, herauszufinden, was „Sahne“ wohl auf Italienisch heißt. Auf gut Glück kaufe ich ein Päckchen, das mir vertrauenswürdig erscheint. Später soll sich herausstellen, dass sie laktosefrei ist, also in meinen Augen gar keine richtige Sahne, aber immerhin sowas in der Art. :D Nach dem Anhäufen von Essensvorräten machen wir uns auf die Suche nach einem Gashändler. „Bensi Gaz“ ist der Höker der Wahl. Leider verkauft Luca Bensi keine 5kg Gasflaschen. Dafür bietet er uns aber sofort an, er könne am nächsten Morgen, wohlgemerkt illegaler Weise, unsere deutschen Flaschen befüllen. Hmm… So einfach soll das sein? Ich dachte, keiner würde das machen? Geht doch! :D tja… Da Bensi nun aber erst am nächsten Morgen Zeit hat, weil wir den Tag ja gemütlich angehen mussten und er Feierabend machen will, wird das mit Saturnia wohl wieder nix! 30 Minuten später stehen wir in Tolomone auf einem Strandparkplatz, den wir uns mit einem Pärchen, im fade beleuchteten Kleinwagen mit beschlagenen Scheiben, teilen.

Die Nacht verläuft ruhig und am nächsten Tag können wir tatsächlich alles noch Anstehende erledigen. Dann sitzen wir da. Mit frisch gewaschener Wäsche und randvoll gefüllten Gasflaschen, und machen einen Plan. Genau genommen, ist es der Erste auf dieser Reise.. :D Aufgrund der vielen Fehlversuche, was heiße Quellen anbelangt, entscheiden wir das Wochenende irgendwo im Nichts zu verbringen. Einfach mal im Reisen ankommen und entspannen.

Wir suchen uns einen netten Parkplatz in der Nähe eines schwarzen Sandstrandes und machen erstmal einen ausgiebigen Spaziergang mit Lucy. Dann sitzen wir noch einige Zeit vor dem Auto in der Sonne und genießen die Ruhe, bevor es zu kalt wird und wir uns zur wärmenden Heizung auf die Couch verziehen. Plötzlich rast ein schwarzer Range Rover vorbei. Bleibt abrupt stehen, guckt zu uns rüber und rast weiter. Komisch, was ist mit ihm denn los? 5 Minuten später kommt er wieder angeheizt, reißt die Tür auf und kommt auf unser Auto zu. Die Sonnenbrille vor den Augen, das Kaugummi im Mund, schlimmer als ich noch vor ein paar Tagen und einen Jahresvorrat Rasierklingen scheint er auch unter den Armen zu tragen. Uiuiui… und ich dachte ich wäre unentspannt, seit ich aufgehört hab zu rauchen! :D

Freundlich frage ich den Gorilla, ob ich ihm helfen kann. Keine Antwort… Er geht an unserem Auto auf und ab, guckt durchs Fenster und sagt: „stay here!“ Alter!? Was will der Affe? Langsam wird's hier echt creepy… Und das nicht zuletzt, weil er aussieht wie der letzte Mafiosi. Er steigt wieder in seinen Geländewagen und fängt an zu telefonieren. Dabei rast er auf und ab. Immer wieder an uns vorbei. Dann wird uns das ganze Theater zu blöd. Abfahrt! Mal gucken, ob er uns hinterher fährt.

Als wir die Hauptstraße erreichen, ist von dem schwarzen Wagen nichts mehr zu sehen. Nur ein merkwürdiges, mulmiges Gefühl begleitet uns, bis wir um etliche Ecken gefahren sind und an einem schönen Platz, direkt am Meer, in der Abendsonne stehen.



0 Ansichten

Reisen in grün

  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon

In unseren Blogbeiträgen findest Du mit * gekennzeichnete Links,das sich sogenannte Affiliate Links.

Wenn Du über einen dieser Links ein Produkt kaufst, bekommen wir eine kleine Provision mit der wir dann zum Beispiel die Hosting und Domainkosten der Website finanzieren.

Am Produkpreis ändert sich für dich aber natürlich nichts!